Papa (Leseprobe)
 



Papa

(Leseprobe 2003 - Erste Version 2003)

...

„Mein Sohn“, sagte mir Papa, als er den Stall seiner vielen Kleider verließ, „du wirst jetzt zu übernehmen haben worüber all die Jahre geschwiegen wurde!“ Mich rührte seine Ehrlichkeit grundtief. Ich umarmte seinen Schatten, nur einen Knochenwurf von unserem Schicksal entfernt.

„Wenn das die Muttergardine noch erlebt hätte!“, sagte ich zu mir. Dabei murmelte ich so laut, dass ich mir die Ohren zuhalten musste und ich fuhr mit dem Daumen über die Goldkante.

Eine Viertelstunde saßen wir uns an dem alten Esstisch mit den blauen bayerischen Musterkacheln gegenüber. Wir schwiegen. In unseren Augen spiegelte sich das Forsthaus Falkenaugapfel. Vater bot mir eine Zigarre an. Ich lächelte in meinen Jonathan hinein und trug bodenlos ein schwarzes T-Shirt mit dem Aufdruck „Such den Heinz in Dir“ von „Heinz Ketchup“. Vater fragte, ob ich Schmerzen hätte, ob es wehtun würde so zu sein. Ich wusste nicht was er mit „so“ meinte, erhob mich von dem Wurzelholzstuhl und schritt zum Fenster ohne ihm Antwort zu geben.

...

© Matthias von Schramm 2003

Mail an mich: mvs@vonschramm.de

Alle Rechte dieser WWW Sites 
copyright © 1999 - 2003 
bei Webmaster :Matthias von Schramm