Meine Postbotin (Leseprobe)
 



Meine Postbotin

(Leseprobe 2003 - erste Version)

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Käthe sagt, meine Postbotin besucht mich öfter als Käthe mich besucht und das, weil die nicht meinen Abwasch machen muss. Da ist was dran, durchaus, aber Marianne, die meine Postbotin ist, kann auch meistens nicht lange blieben, denn sie ist im Dienst und der Anlass geht ja selten über ein Einschreiben hinaus. Ich winke sie freundlich hinein, dann bleibt sie schnell auf einen Kaffee oder einen Fellatio wenn’s hoch kommt. Sie sitzt in der Küche neben der schweren Ledertasche, die sie von ihrem Fahrrad geschnallt hat und liest mir fremde Liebesbriefe vor, die unserem gemeinsamen Humor entsprechen. Diese Briefe sind immer weniger geworden – es gibt ja heute andere Wege. Dann sind wir zusammen traurig und in diese melancholische Stimmung hinein macht sie ihre üppigen Brüste frei, die wie eine eins zu mir schauen.

Käthe, meine Freundin findet das typisch, dass eine Postbotin so gewaltige Dinger hat ohne es zu begründen. Ich frage sie dann ob sie Vorurteile gegen Schalterberufe besitzt und deren AusträgerInnen. Käthe sagt „ja“ und ich sage dann, „dann kann ich es halt auch nicht ändern“ und lass mir den Blick auf die prächtige Blankheit von Mariannes Busen von dieser Stutenbissigkeit, welche bei Käthe zeitweilig und unbegründet auftritt, keineswegs vermiesen.

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